In zweieinhalb Stunden sind es noch 1.461 Tage die Deutschland und der Politik bleiben um das Ziel, die Überwindung der Obdachlosigkeit bis 2030, zu erreichen. Danach, dass wir das schaffen sieht es nicht aus. Es gibt einfach zu viele Baustellen. Die öffentlichen Verwaltungen und die politischen Gremien, sprich die Parteien, müssen vor allem eins tun, machen statt zu reden. Das heißt das eine Kommune, wenn die Kämmerei das nicht hergibt, sich beim Land und Bund um Gelder kümmern muss. Was sich auch ändern muss ist die Ermöglichung von Teilhabe an Debatten und Entscheidungen. Nicht ausgelagert ausgelagert, sondern in den Gremien die konkrete, rechtsverbindliche Entscheidungen treffen. In Köln beispielsweise im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren. Aber auch in den Bezirksvertretungen. Den Menschen um die es geht, Obdach- und Wohnungslosen, muss diese Teilhabe genauso ermöglicht werden wie Vertreterinnen und Vertretern der ehrenamtlich organisierten Gruppen und Vereine der Obdachlosenhilfe. Das heißt alle Akteure sind gleichberechtigt auf eine Ebene zu stellen. Expertinnen und Experten in eigener Sache, sprich Obdach- oder Wohnungslose. Ehrenamtlich organisierte Gruppen der Obdach- und Wohnungslosenhilfe. Freie Träger der Wohlfahrtspflege.
Das sich auf Seiten der kommunalen Verwaltungen und der Kommunalpolitik etwas ändern muss ist unstrittig. Es muss sich aber auch an anderen Stellen etwas ändern. Bei der Mobilisierung und Vernetzung damit (man wird noch träumen dürfen) bei künftigen Aktionen (Demos, Kundgebungen) wo es um die Themen Armut, Obdach- und Wohnungslosigkeit geht, mindestens genauso viele Menschen auf der Straße sind wie auf den zu sehenden Fotos bei der Fußballeuropameisterschaft 2024 auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln. Dies können nur die verschiedenen Akteure tun, einen Weg finden wie sie sich untereinander besser vernetzen.
Wo man auch nachbessern muss ist die Öffentlichkeitsarbeit. Da werden meiner Meinung nach noch zu viele Fehler gemacht. Das ist aus meiner Sicht ein Grund warum man bei Kundgebungen anlässlich der Sitzung des Sozialausschuss oder des Rat immer die gleichen Gesichter sieht. Das sprach ich in der Vergangenheit bei den Verantwortlichen an, ist aber offensichtlich untergegangen. Da darf man sich natürlich nicht wundern wenn man keinen Zulauf kriegt. Das liegt meines Wissens und meiner Meinung nach zum einen daran das man Informationen in geschlossenen Kanälen rumschickt. Wo, wenn man sich nicht in einen Rundbrief (Newsletter) eintragen lassen will mit seiner E-Mail-Adresse oder man nicht in einer Telegram- beziehungsweise Signal-Gruppe ist nicht mitbekommt was los ist. Oder die die es sind vergessen die Inhalte in den Sozialen Netzwerken wo sie sind zu teilen. Das liegt auch daran das man offenbar die Menschen mit Informationen überfrachtet. Wenn quasi auf verschiedenen Kanälen überall die gleichen sind und eine Info zum wiederholten mal sehen, stumpft das eher ab und geht unter. Sprich erreicht das die Menschen die meisten Infos die rumgeschickt werden überhaupt nicht mehr lesen. Beziehungsweise, der Klassiker, zu textlastige Flyer, wo die eigentlich relevanten Informationen (Was? Wann? Wo?) in der Fußzeile am Ende stehen.
Aufgrund meiner eigenen und persönlichen Erfahrungen der vergangenen Jahre gehe ich nicht davon aus das sich in 2026 etwas zum wesentlichen verändert, sprich verbessert.