Gerne würde ich euch einen Text mit dem Aha-Effekt präsentieren. Eine Meldung eines Medium wo man sagen kann, dass ist es. Wo es ein konkretes Ziel gibt (Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle) und mit verbindlichen Schritten wie man dieses erreichen will (Finanzierung, Bau von ... bis ..., Fertigstellung zum ..., Bezugsfertig ab ...). Ich befürchte allerdings das wird auf absehbare Zeit nicht geschehen. Bis dahin, leider, schon wieder, ein Déjà-Vu.
Die Berliner Zeitung veröffentlichte einen Beitrag wo es um Mirkohäuser für Frauen die auf der Straße leben geht. Dazu gibt es auch einen Post auf dem Instagram-Account der Zeitung wo man titelt Obdachlosigkeit: Sind Mikrohäuser eine Lösung? Also noch mal von vorne.
Selbstverständlich ist zunächst entscheidend was die Menschen wollen für die diese Mikrohäuser aus Holz gedacht sind, Frauen die in Berlin auf der Straße leben. Denn auch das ist Housing First. Die Menschen mit dem zu versorgen was sie wollen, und nicht was das System ihnen vorschreibt. Dazu die Empfehlung, schon wieder, dass ihr euch das Video anschaut, dass die auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlichte und dort den Worten von Sam Tsemberis genau zuhört. Dieser spricht davon das, wenn jemand eine Wohnung will, die Person eine Wohnung kriegen soll. Beziehungsweise das, wenn die Person etwas anderes will, es etwas anderes ist. Dazu würde ich auch solche Mikrohäuser, Tiny Houses, Little Homes oder wie auch immer man es nennt zählen.
Meiner eigenen und persönlichen Meinung nach ist die Frage (Sind Mikrohäuser eine Lösung?) schnell beantwortet. Ja, wenn es eine Notlösung, ein vorübergehender Ausweg ist. Damit die Menschen nicht ungeschützt auf der Straße leben. Sprich, bis sie eine Wohnung bekommen oder einen Schlafplatz in einem Wohnheim oder Betreutem Wohnen (BeWo). Nein, wenn es zu einer dauerhaften Lösung ausufert. Also alles was über ein Jahr hinausgeht.
Ich wünsche mir das auch die Berliner Zeitung endlich von einer sich wiederholenden Berichterstattung absieht. In der es um ein Problem geht das nicht neu ist. In der es um eine vorübergehende Lösung geht die nicht neu ist. Stattdessen muss der Fokus der Berichterstattung darauf liegen was die Berliner Senatsverwaltung und der Berliner Senat in den vergangenen Jahren nicht taten, um die Obdachlosigkeit von Menschen zu überwinden, und warum. Beziehungsweise welche konkreten und somit verbindlichen Maßnahmen umgesetzt werden um die Obdachlosigkeit zu überwinden. Wie wird man mehr bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen in Berlin schaffen? Wie wird man diesen finanzieren? Wann ist Baubeginn? Wann ist Fertigstellung? Wann sind die Wohnungen bezugsfertig? Wie bringt man die Obdach- und Wohnungslosen der Stadt unter bis der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum bezugsfertig ist?
Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Land Berlin veröffentlichten bereits Ende September eine Pressemitteilung aus der hervorgeht das der Bund und das Land Berlin beim Ziel, die Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden, gescheitert sind. Stimmt. Wobei das meiner Meinung nach für ganz Deutschland, auch andere Bundesländer und ihre Kommunen gilt. Selbstverständlich hängt das damit zusammen wer an einer Regierung, gleich auf welcher Ebene, beteiligt ist.
Als es in Berlin eine Rot-Rot-Grüne Landesregierung gab, mit einer Beteiligung der und Elke Breitenbach als für Soziales zuständige Senatorin hatte ich das Glück bei einer Gruppe aus Köln dabei zu sein die anlässlich einer Bundespresseamtsfahrt in der Hauptstadt war. Bei der wir auch zwei Einrichtungen der dortigen Obdachlosenhilfe besuchten, unter anderem die Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo. Wäre es bei dieser Regierungskonstellation geblieben, hätte ich es für nicht unrealistisch gehalten das Berlin das einzige Bundesland gewesen wäre, dass das von der Europäischen Union gesetzte Ziel erreicht hätte.