Ich sehe zunächst Parallelen. Zwischen dem bundesweiten Warnstreik im ÖPNV, zu dem für kommenden Freitag und Samstag aufrief, einem aktuellen Post von und worum es in einem Video, das auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlichte, geht. Nämlich der Frage und was machst du?.
Ohne die Gewerkschaften, ohne die engagierten Mitglieder, sprich ohne Menschen die bereit sind die gemeinsame Sache in den Vordergrund zu stellen, sich zu vernetzen und gemeinsam zu kämpfen, wäre die Situation für noch mehr Menschen beschissener als es ohnehin ist.
Die Frage die man sich insofern stellen muss ist ob man ein weiter so, ständiges herumeiern, ein festhalten am Status Quo will. Ober ob man sich gemeinsam mit anderen vernetzen und für mehr soziale Gerechtigkeit für alle einsetzen will.
Was ich mache?
Im Moment ausloten ob und wo ich mich innerhalb eigener Möglichkeiten einbringe. Mir ist bewusst das man dafür einen langen Atem haben muss. Für mich ist es kein Problem das man unterschiedlicher Meinung sein, eigene Lösungen haben kann und auch mal über seinen eigenen Schatten springen muss. Sprich, das gemeinsame Ziel in den Vordergrund zu stellen.
Das setzt aber Begegnung auf Augenhöhe voraus. Was nicht der Fall ist wenn man von seinem Gegenüber wie ein kleines Kind behandelt wird, das sowieso von nichts eine Ahnung hat und dem man erst mal alles beibringen muss. Oder wenn man, den Eindruck hatte ich an verschiedenen Stellen mehr als einmal, nicht zuhören, nicht verstehen will. Am Ende ist es und bleibt es mein Engagement, meine Zeit und wenn ich auch nur ansatzweise den Eindruck habe dass das nichts bringt, dass das verschwendete Resourcen sind, bin ich raus.
Beispielsweise versuche ich seit Jahren, bislang mit Null Erfolg, darauf hinzuwirken das man mit den Menschen (konkret Obdach- und Wohnungslosen) redet, statt über sie. Das man sie an den Debatten und Entscheidungsfindungen in politischen Gremien teilhaben lässt. Insofern das gleiche Recht das man der Armutsindustrie einräumt.
Kompromisse vs. Rote Linie?
Stimmt. Wenn man ein Ziel erreichen will gibt es Situationen wo man über den eigenen Schatten springen muss. Das ist für mich persönlich zunächst unstrittig. Nichtsdestotrotz gibt es für mich Rote Linien die aus meiner Sicht indiskutabel sind. Beispielsweise Perspektiven schaffen für von Armut betroffene Menschen. Ja. Bin ich dafür. Aber nicht durch Ausbeutung mittels Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, Motivationspauschale, tagesstrukturierende Maßnahme oder wie auch immer man die früheren 1-Euro-Jobs heute nennt. Sondern durch versicherungspflichtige Beschäftigung zum Mindestlohn. Bei kommunalen, städtischen Unternehmen. Nicht ausgelagert ausgelagert in der Armutsindustrie.
Die Frage nach einer Vernetzung und Zusammenarbeit stellt sich für mich auch dann nicht, wenn es in den entsprechenden Gruppen Verantwortliche oder Aktivisti gibt die ein Problem mit dem Selbstbestimmungsrecht von Menschen haben. Hier machte ich, beziehungsweise mache ich selbst die Erfahrung wie nachtragend Menschen sein können. Wenn mir jemand sagt sie/er möchte nicht aufs Foto, dann hinterfrage ich das nicht und dann belasse ich es dabei.
Auswege? Lösungen? Schwierigkeiten?
Ich habe dafür kein Patentrezept, keine einfache und schnelle Lösung zur Hand. Ich würde allerdings eine Priorität darin setzen Menschen, Armutsbetroffene unter anderem, anzusprechen und abzuholen. Versuchen sie dazu bewegen sich innerhalb ihrer Möglichkeiten einzubringen, beziehungsweise sie mit Aktivisti und Gruppen zu vernetzen wo sie weitere Unterstützung erhalten. Beispielsweise bei den Fahrtkosten um an Aktionen oder Kundgebungen teilnehmen zu können. Beispielsweise Medien- und Kommunikationstraining (Vorbereitung auf Interviews, Reden bei einer Kundgebung, zum Beispiel).Beispielsweise wenn es darum geht die Forderungen der Menschen in die Politik zu transportieren.
Auch wenn , bereits dahingehend tätig sind und viel geleistet wurde und wird, wünsche ich mir auch von der Seite mehr und gezieltere Unterstützung. Auch bei Kundgebungen wie zum Beispiel von #IchBinArmutsbetroffen in Köln, die nicht Zugriff auf große Resourcen haben was PR und Öffentlichkeitsarbeit angeht. Wie gesagt, mit den Menschen reden, statt über sie.
HINWEIS!
Bitte macht dies, falls wer kommentieren möchte, an dieser Stelle.