Welche Auswirkungen wird das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für von Armut betroffene Menschen, auch Obdach- und Wohnungslose, haben? Dunkle Zeiten, so oder so. Ich wünsche den Betroffenen das es nicht so kommt, habe dahingehend aber wenig Hoffnung. Ich will versuchen einen Ausblick zu geben anhand der Einblicke die ich in das hiesige (Kölner) Hilfesystem habe. In kleineren Gemeinden oder Städten und auf dem Land mag es anders sein. In den Großstädten sind die Unterstützungsangebote für Menschen die auf der Straße leben oder wohnungslos sind ähnlich.

Die Verfolgung „Asozialer“ erfolgte im Rahmen von Verfügungen und Verordnungen, die lokal ganz unterschiedlich umgesetzt wurden. Federführend waren dabei die Wohlfahrtsämter und die Polizei, die die Verfolgung praktisch übernahm. Ab 1937 konnten Asoziale in die sogenannte Vorbeugungshaft genommen werden. Asozialität stand ab sofort offiziell in Zusammenhang mit Verbrechen. (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/asoziale-im-nationalsozialismus-die-letzten-vergessenen-100.html)

Ankunft

Wenn man in Köln bei einem Träger vorspricht um einen Platz in einem Wohnheim zu bekommen wird auch geklärt wer die Betreuungskosten übernimmt. Zunächst tritt man an die Kommune heran wo man herkommt, wenn diese die Kosten nicht übernimmt, wird geprüft ob die Stadt Köln oder der Landschaftsverband Rheinland die Kosten übernehmen. Wenn auch diese ablehnen, kann man zwar in Köln bleiben, muss aber sehen wie man klarkommt. In Sachsen-Anhalt wird man den Menschen, wenn deren Herkunftsgemeinde nicht die Kosten übernimmt, lediglich die Rückreise bezahlen. Mehr nicht.

Unterbringung, Wohnraum

Für Obdach- und Wohnungslose gibt es verschiedene Unterkünfte. Zum Beispiel Einfachhotels um die es in einem früheren Beitrag von Monitor ging. Die als Übergang dienen sollen bis die Menschen eine Wohnung finden. Menschen, die ein Dach überm Kopf haben und sich dort selbst versorgen können, wird man den Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein und somit auf öffentlichen geförderten Wohnraum streichen. Menschen, die in eine andere Unterkunft wollen, werden keine Unterstützung erhalten, weil sie ja ein Dach überm Kopf haben. Wer eine Wohnung hatte und selbst kündigte und nichts bezahlbares fand wird keine Unterstützung erhalten, weil er ja selbst kündigte.

Grundsicherung, Wohngeld, Finanzen

Was es bereits mit 1-Euro-Job, Motivationspauschale, Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung oder tagesstrukturierender Maßnahme gibt wird man weiter pervertieren. Menschen die in einer Unterkunft untergebracht sind wird man die Pistole auf die Brust setzen. Entweder sie lassen sich ausbeuten und behalten ihren Schlafplatz, oder sie landen wieder auf der Straße. Jenen, die sich dieser Versklavung verweigern, wird man sämtliche Unterstützung streichen. Wer aufstockende Leistungen oder Wohngeld beantragen will wird gesagt bekommen das man sich eben eine kleinere und günstigere Wohnung suchen, seine Ansprüche runterschrauben und mehr arbeiten muss.