Den vollständigen Beitrag könnt ihr unter https://www.ksta.de/koeln/muelheim/muelheim-veedel/kommunismus-op-koelsch-rainer-kippe-hat-was-gegen-obdachlosigkeit-1382145 lesen. Der Redaktion des Blatt schrieb ich einen Leserbrief. Darauf, ob sie ihn abdrucken, habe ich natürlich keinen Einfluss. Daher der genaue Wortlaut des Textes nachstehend.
„Aber es passiert nichts.“ Stimmt. Auf diesen Satz kann man es runterbrechen. Zwischen Juni 2018 und Mai 2019 wurden Menschen die in der Stadt auf der Straße lebten befragt. Die Erkenntnisse daraus wurden dem Sozialausschuss Anfang September 2019 vorgelegt. Aber es passierte nichts. Die interviewten Obdachlosen nannten konkrete Veränderungswünsche. Mehr Einzelzimmer. Einzelzimmer mit Unterbringung der Haustiere. Unterbringung als Paar oder Familie. Offene Besuchsregelung. Abschaffung der Taschengeldregelung bei Unterbringung in einer stationären Einrichtung. Aber es passierte nichts. Das einzige was passierte? Weiter so. Sprich Scheindebatten in Pseudogremien. Eine Stadtverwaltung und politische Gremien die sich über geltendes Recht (Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, nordrhein-westfälische Gemeindeordnung) hinwegsetzen und Menschen die auf der Straße leben oder wohnungslos sind bewusst das Recht zur Teilhabe an Debatten in politischen Gremien (Bezirksvertretungen, Sozialausschuss) verweigern. Es passiert, weil es niemanden interessiert das massiv nach unten getreten wird.
Auch wenn ich es schon oft erwähnte. Darin, dass man unterschiedlicher Meinung sein und andere Lösungen (wie man Obdachlosigkeit überwinden will) haben kann sehe ich weniger das Problem. Ich sehe es vielmehr darin, wie Rainer Kippe sagte, das nichts passiert. Der städtischen Sozialverwaltung und den politischen Gremien, wenigstens dem Sozialausschuss ist seit wenigstens sieben Jahren bekannt was sich am Hilfesystem ändern muss, damit Menschen die auf der Straße leben die Angebote (konkret Unterkünfte) annehmen. Es liegen also seit Jahren konkrete Erkenntnisse vor und die Verwaltung und die Kommunalpolitik machten nichts daraus.